Erschließungsrichtlinie der Nordkirche

Das Landeskirchliche Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland hat seit dem 1. Februar 2018 eine Erschließungsrichtlinie. Sie ist auch auf der Internetseite des Landeskirchlichen Archivs veröffentlicht und steht dort zum Download bereit (Link).

Aus dem Vorwort von Dr. Annette Göhres:erschnk18
Die Aufgabe der Erschließung ist mit einer sehr hohen Verantwortung verbunden. Jede falsche oder ungenaue oder auch uneinheitliche Angabe kann dazu führen, dass Informationen nicht gefunden werden oder nicht richtig eingeordnet werden. Es kann passieren, dass Archivgut unnötigerweise ausgehoben wird. Das kostet nicht nur Zeit, sondern ist auch aus Gründen der Bestandserhaltung kritisch zu sehen.
Die dieser Erschließungsrichtlinie zugrunde liegenden Standards sind
– ISAD (G)- International Standard Archival Description (General)1
– ISAAR CPF- Internationaler Standard für archivische Normdaten2

Die vorliegenden Erschließungsrichtlinien sollen dabei helfen, eine einheitliche, sorgfältige und transparente Arbeitsweise durchzuführen. Damit wird eine kontinuierliche und gleichmäßige Qualität der Erschließung sichergestellt. Die Erschließungsrichtlinien berücksichtigen dabei neueste Entwicklungen und Standards im Bereich der archivischen Erschließung und werden regelmäßig evaluiert und angepasst.

Info:
Erschließungsrichtlinie des Landeskirchlichen Archivs
Stand: Dezember 2017
Redaktion: Julia Brüdegam
Herausgegeben vom
Landeskirchlichen Archiv
Winterbeker Weg 51
24114 Kiel
Tel. 04 31 / 64 98 6 – 0
Fax 04 31 / 68 08 36
kiel@archiv.nordkirche.de
www.archivnordkirche.de

 

 

 

Empfehlung zur Papierbeschaffung der Verwaltungen

Blauer Engel und wie weiter?  Empfehlung des Verbandes kirchlicher Archive (VkA) zur Papierbeschaffung der Verwaltungen

Verwaltungen müssen bestrebt sein, ihrem Auftrag zu möglichst umweltverträglichem Wirtschaften durch Verwendung von Recyclingpapier zu entsprechen. Gleichzeitig sind sie verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass das Wirken ihrer Träger dauerhaft dokumentiert wird.

Für eine dauerhafte Dokumentation ist der Einsatz von alterungsbeständigem Papier der DIN EN ISO 9706 Grundvoraussetzung. Denn ausschließlich die Verwendung von Papier, das diese Norm erfüllt, verhindert, dass die Menge entsäuerungsbedürftigen einzigartigen Schriftguts immer größer wird.

„Der Blaue Engel“ und die DIN En ISO 9706 sind unvereinbar. Durch die ausschließliche Verwendung von „einfachem“ Recyclingpapier werden künftigen Generationen ungeheure Folgekosten für die Entsäuerung beschädigten Papieres aufgebürdet. Schäden vermeiden ist allemal wirtschaftlicher als Schäden beheben. Die Entsäuerung von einem laufenden Regalmeter Papier verursacht Kosten zwischen 1000 und 1300 € – das sind Erfahrungswerte aus Staats- und Kommunalarchiven. Außerdem belastet die Herstellung von Recyclingpapier die Umwelt, ein Faktor der häufig übersehen wird.

Die Synthese der beiden scheinbar unvereinbaren Forderungen Umweltverträglichkeit und Alterungsbeständigkeit an die Ressource Papier liegt in der Anschaffung von Papier, das

  • einerseits die DIN EN ISO 9706 erfüllt
  • und andererseits einen möglichst großen Anteil an Altpapier enthält.

Solche Papiere gibt es – und sie sind bezahlbar. Das für die Verwaltung zuständige Archiv kann Bezugsquellen benennen. Alterungsbeständige Papiere müssen allerdings nicht für jeden Zweck verwendet werden – „normales“ Recycling-Papier kann in den Bereichen eingesetzt werden, wo keine langfristige Papiererhaltung geplant ist (z.B. für Aushänge oder Massendrucksachen). Eine Liste der Verwendungsbereiche von Recycling-Papier enthält das Faltblatt des Verbandes kirchlicher Archive (https://vkaekd.files.wordpress.com/2014/08/uwsp_hinweise.pdf).

Es sollten also für alle Verwaltungsstellen beide Sorten Papier angeschafft und das Personal einschlägig geschult werden. Dieses historisch verantwortliche Handeln ist Teil eines umfassenden Umweltkonzepts. Umweltschutz geht uns alle an – die Dokumentation unserer Geschichte ebenso.

Grundsätzlich gilt: Sparsamer Papierverbrauch ist aus ökologischen Gründen unbedingt wünschenswert (z.B. ist die Notwendigkeit von Ausdrucken jeweils zu überlegen, auch das wiederholte Ausdrucken von Ketten-E-Mails ist zu vermeiden).

⇒ Haben Sie noch Fragen? Ihr Landeskirchliches Archiv ist ein zuverlässiger Partner bei der sachgerechten Schriftgutverwaltung in allen Bereichen.

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