Eröffnung der Schau „Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten“ in der Magnuskirche in Worms am 8. März 2016

Grußwort für den Verband kirchlicher Archive in der AABevK

von Bettina Wischhöfer

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

luthershow2016die evangelische Archivlandschaft ist so facettenreich wie die Evangelische Kirche in Deutschland. Die Arbeit des Verbands kirchlicher Archive, für den ich hier sprechen darf, fördert dieses Archivwesen in Mitverantwortung für das kulturelle Erbe auf vielen Ebenen. Der Verband krönt seine inzwischen achtzig-jährige Geschichte heute mit einer Eröffnung einer Schau und einem Katalog zur bildhaften Lutherrezeption.

Doch zunächst zu uns: Wer sind wir uns und was machen wir? Wir erfüllen Aufgaben, die von den rund 60 einzelnen Mitgliedsarchiven nicht geleistet werden können. Zwei zentrale Säulen charakterisieren unsere Arbeit: da ist zum einen der Tagungsbereich: Fortbildungen, Erfahrungsaustausch … und zum anderen der öffentlichkeitswirksame Bereich Medien und Publikationen, zu dem die heutige Veranstaltung ganz eindeutig gehört.

Erste Publikationserfahrungen im Rahmen der Reformationsdekade sammelte der Verband vor zwei Jahren, dem „Jahr der Konfirmation“ in Kurhessen-Waldeck. Das vom Verband kirchlicher Archive und dem Zentralarchiv der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) geförderte Katalogprojekt präsentierte Quellen aus 475 Jahren Konfirmation, beginnend mit der Ziegenhainer Zuchtordnung von 1539.

Heute nun stehen einhundert „Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten“ im Mittelpunkt, herausgegeben im Auftrag des Verbands kirchlicher Archive in der EKD. Die Schau des Verbands zeigt anlässlich des Reformationsjubiläums im Jahr 2017, wie sich bildhafte Darstellungen des wichtigsten Reformators im Laufe der Zeit wandelten. Eröffnet wird die Präsentation in der protestantischen Magnuskirche in Worms – der Stadt, in der Luther im Frühjahr 1521 auf dem Reichstag seine Glaubenslehre verteidigte: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“

Die Projektanfänge finden sich in einem Verbandsprotokoll Ende 2013: „Die Verbandsleitung begrüßt die Realisierung historisch orientierter Projekt von Mitgliedseinrichtungen im Rahmen der Reformationsdekade und unterstützt diese nach Möglichkeit – so zum Beispiel ein Projekt in Kurhessen-Waldeck zur Geschichte der Konfirmation oder eine Ausstellung zu Lutherbildern, wie sie von Frau Stüber und Herrn Bogs geplant wird.“

Zahlreiche Mitgliedseinrichtungen haben sich mit der Zusendung von wichtigen oder typischen Lutherabbildungen beteiligt. Die Archivdirektorin Gabriele Stüber zeichnet gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Kulturhistoriker Andreas Kuhn, und dem Direktor des Kirchenarchivs in Darmstadt, Holger Bogs, für Schau und Katalog verantwortlich. Kuhn forschte zur Geschichte der Lutherdarstellungen und verfasste die Texte. Aus dem Haushalt der Arbeitsgemeinschaft der Archive und Bibliotheken in der evangelischen Kirche (AABevK) wurde das Projekt mit einem namhaften Betrag unterstützt.

Die Schau ist „zum Wandern bestimmt“, und das wird sie: nach Worms ist sie in Hannover bei der EKD zu sehen, dann in Kassel im Landeskirchlichen Archiv … vier Ausfertigungen werden ihre Kreise ziehen. Bis 2017 sind die 15 „Roll-Ups“ bereits ausgebucht!

Dies wäre ohne Verband und seine leistungsfähigen Mitglieder nicht möglich gewesen. Es gilt mehr denn je, den Professionalisierungsschub der letzten Jahrzehnte mitzunehmen. In Zeiten schwindender Erinnerungskultur trägt unsere Kompetenz dazu bei, vielfältige kirchliche Identität für zukünftige Generationen zu sichern.

Allen Beteiligten und insbesondere Euch, liebe Gaby, lieber Holger und Ihnen, lieber Herr Kuhn, danke ich herzlich für den engagierten Einsatz! Ich bin sicher, dass die Schau auch andernorts eine so hohe Aufmerksamkeit wie hier und heute in Worms erringen wird – sie hat sie verdient!

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