50 Jahre Zentralarchiv in Darmstadt

Grußwort des Verbands kirchlicher Archive in der EKD zum 50. Geburtstag des Zentralarchivs der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau am 8. Juni 2015 in Darmstadt

Sehr geehrter Herr Präses, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, lieber Holger, liebes Darmstädter Archiv-Team,

ich freue mich, heute im Namen des Verbands kirchlicher Archive in der Arbeitsgemeinschaft der Archive und Bibliotheken in der evangelischen Kirche – kurz AABevK – und als Leiterin des Landeskirchlichen Archivs in Kassel zu Ihnen sprechen zu dürfen. Das Zentralarchiv in Darmstadt wird 50 – herzlichen Glückwunsch!
Gegründet wurde es – wenn ich richtig gerechnet habe – im Jahr 1965. Damit kann man es noch zu den „Baby-Boomer“- Archiven zählen – anders als etwa das kleine nordhessische Schwester-Archiv in Kassel, aus dem ich komme, das letztes Jahr 20 geworden ist und also der „Generation Y“ zuzuordnen ist.
Das älteste landeskirchliche Archiv des Verbands ist übrigens 161 Jahre alt: das Archiv des Kollegen aus Düsseldorf wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts (1854) gegründet – lange vor der Trennung von Kirche und Staat.
Die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden dann – geraume Zeit nach der Trennung von Kirche und Staat – ein dichtes Jahrzehnt landeskirchlicher Archivgründungen. Sieben landeskirchliche Archive erblickten in diesem Jahrzehnt das Licht der Welt. [„Geburts“-Kriterien waren übrigens ein Gründungsakt und / oder eine hauptamtliche Archivleitung.]
Ein zweiter dicht besetzter Gründungszeitraum deckt sich mit der sogenannten Generation der Babyboomer – Anfang der 50er Jahre bis Mitte der 60er Jahre sind fünf landeskirchliche Archivgründungen zu verzeichnen. Zu dieser Gruppe zählt neben Braunschweig, Bremen, Oldenburg und Bielefeld auch Darmstadt. Die eher späte Entwicklung erklärt sich als Folge von Kriegsverlusten. Amtsgebäude samt Unterlagen sind 1944 untergegangen. Sanierung, Adaption und Erweiterung des Helmut-Hild-Hauses konnten schließlich im Jahr 2000 abgeschlossen werden.
Soviel zur Bandbreite von Gründungsphasen landeskirchlicher Archive – nun zum Verhältnis der beiden hessischen Archive. Der große Bruder und die kleine Schwester: das Bild passt hinsichtlich der Größe der Archive unter Berücksichtigung der Zahl der Mitarbeitenden, der Größe in „laufenden Metern“ und last but not least der Finanzkraft, ganz gut.
Lieber HoIger, liebes Archiv-Team, ich glaube ohne Übertreibung sagen zu dürfen, dass die Archiv-Kooperationen zwischen Darmstadt und Kassel wirklich prima funktionieren – nur zwei seien hier genannt: im April 2013 besuchten die Kasseler Archivmitarbeitenden ihre südhessischen Kolleginnen und Kollegen, und im Oktober 2014 konnte eine Publikation zur Geschichte der Konfirmation mit vereinten Kräften gemeinsam fertig gestellt werden.
Der große Bruder und die kleine Schwester … bei etwas hat Kassel gegenüber Darmstadt aber doch die Nase vorn: als „digital native“ der Generation Y ist sie quasi von Geburt an Technik-affin und mit dem Internet aufgewachsen. Bei der Anzahl der Digitalisate im Kirchenbuchportal Archion – einer Kooperation beider hessischer Archive zusammen mit neun weiteren EKD-Verbandsarchiven – etwa liegt Kassel vor Darmstadt.
Bleiben wir gespannt, wie die Entwicklung zwischen Darmstadt, inzwischen „bestager“, und Kassel weitergeht … ich bin mir sicher, dass die Darmstädter uns auch in dieser Kategorie in den nächsten Jahren überholen werden …

Bettina Wischhöfer

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