Früherer Württembergischer Kirchenarchivdirektor Gerhard Schäfer ist verstorben

Der langjährige Leiter des landeskirchlichen Archivs Stuttgart, D. Dr. Gerhard Schäfer, ist tot. Er verstarb am 8. März 2003 im Alter von 79 Jahren. Am 13. März wurde er in Nürtingen-Hardt kirchlich bestattet.

32 Jahre lang, von 1956 bis 1988, war Schäfer Kirchenoberarchivdirektor der württembergischen Landeskirche. „Er hat das Archiv als wissenschaftliche Institution etabliert“, würdigt der heutige Leiter, Dr. Hermann Ehmer, das Verdienst seines Vorgängers. Wichtigstes Ergebnis seiner wissenschaftlichen Arbeit war die siebenbändige Dokumentation „Die Evangelische Landeskirche in Württemberg und der Nationalsozialismus“, die Schäfer zwischen 1968 bis 1986 herausgab. In ihr sind über 3500 Quellentexte enthalten, die die Rolle der Landeskirche im Kirchenkampf erhellen. Für die bis dahin deutschlandweit einmalige Dokumentation erhielt Schäfer 1989 den Schillerpreis der Stadt Marbach. In seiner Laudatio zur Preisverleihung nannte der Kirchenhistoriker Professor Dr. Martin Brecht den Archivar einen „Glücksfall für die württembergische Landeskirche“.

Geboren wurde Gerhard Schäfer am 2. Juni 1923 in Stuttgart. In Tübingen studierte er Germanistik, Geschichte, Theologie und Philosophie. Nach dem Studium und der Promotion in seinem Hauptfach Germanistik arbeitete Schäfer bei verschiedenen Verlagen, unter anderem bei der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA), bevor er 1956 die Leitung des landeskirchlichen Archivs übernahm. Ab 1962 war Gerhard Schäfer 26 Jahre lang Vorsitzender des Vereins für württembergische Kirchengeschichte. Die Evangelisch-Theologische Fakultät in Tübingen verlieh dem Kirchenhistoriker 1981 die Ehrendoktorwürde. 1987 übernahm Schäfer den Vorsitz der Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Erforschung des Pietismus. Er gehörte auch der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg an. 1988 ging Gerhard Schäfer in den Ruhestand.

Über 70 Bücher hat der landeskirchliche Archivar herausgegeben und verfasst. 1984 erschien eine Geschichte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg mit dem Titel „Zu erbauen und zu erhalten das rechte Heil der Kirche“. Ihr war 1964 eine „Kleine Württembergische Kirchengeschichte“ vorausgegangen. Gerhard Schäfer gab zahlreiche Werke württembergischer Theologen neu heraus, unter anderem Schriften von Johannes Brenz, Friedrich Christoph Oetinger, Albrecht Bengel und Johann Christoph Blumhardt.

(Auf der Grundlage einer Pressemitteilung des Pressesprechers der
Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Klaus Rieth)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s